Aktion STINK-Tour für saubere Gewässer

Die Kanu-Aktion für saubere Flüsse: „STINK-Tour“ von Göttingen zur Nordsee setzt Zeichen gegen Gewässerverschmutzung.
Mikroplastik, Nitrat, Phosphat, Säuren, Schwermetalle und Medikamente: Die schädliche Fracht in Flüssen und Bächen wird immer größer. Mit einer Paddeltour von Göttingen bis ins Wattenmeer engagieren sich niedersächsische Kanuten gegen die zunehmende Gewässerverschmutzung. Die Fahrt startet am 28. April 2019 auf der Leine und führt über Aller und Weser bis zum Wattenmeer. Sie endet mit einem Aktionstag am 17. Mai 2019 in Fedderwardersiel.

Um die Gewässer steht es schlecht
„Es stinkt zum Himmel, was da an Abwässern in unseren Flüssen fließt und sich ins Weltnaturerbe Wattenmeer ergießt“, empört sich Kanute Edgar Schulz, Initiator und Organisator der Umweltaktion. „STINK-Tour“ oder auch „Mit den Abwässern Göttingens ins Wattenmeer“ heißt deshalb die Kanutour einprägsam. Als langjähriger Wanderpaddler kennt er den Müll im und am Wasser genau. Doch das Ausmaß des nicht sichtbaren Drecks in den Gewässern wurde ihm durch eine Fernsehsendung über multiresistente Keime bewusst. „In Niedersachsen gelten nur noch zwei Prozent der Gewässer als sauber“, weiß Schulz, der sich inzwischen intensiv mit der gefährlichen Fracht befasst. „Die Kläranlagen können schädliche biologische und chemische Stoffe, Schwermetalle und Medikamente nicht mehr herausfiltern“, bemängelt er und fordert sowohl mehr Vorsorge als auch eine bessere Abwasserreinigung.

Für saubere Flüsse, Bäche und Seen in Niedersachen und Bremen

Mit der dreiwöchigen STINK-Tour will Edgar Schulz nun öffentlichkeitswirksam ein Zeichen setzen und hofft auf möglichst viele Mitwirkende – mit dem Boot oder auch mit dem Fahrrad. Unterwegs sammeln die Paddler Müll aus den Flüssen; an einzelnen Stationen auf der Strecke sind Aktionen geplant. "Wir wollen die Öffentlichkeit über die enorme Gewässerverschmutzung und ihre Gefahren informieren und fordern Verantwortliche zum Handeln auf“, kündigt Schulz an. Am Ende der Fahrt ist eine Abschlussveranstaltung im Nationalparkhaus Museum Fedderwardersiel vorgesehen.
Mitfahren können Kanuten, die sich in der Lage fühlen, eine Gepäckfahrt an einzelnen Tagen, mehreren Tagen oder auch die Gesamtstrecke von 430 Kilometern – in der Unterweser tidenabhängig – zu bewältigen. Übernachtet wird in Bootshäusern, auf Campingplätzen oder auf Plätzen, die vorher mit der jeweiligen Kommune vereinbart werden. Die Fahrtstrecken sind so ausgewählt, dass abends Fahrzeuge nachgeholt werden können. Radfahrer können die Strecke neben den Flüssen begleiten.

Infos und Anmeldung
Für die Fahrt konnte die Deutsche Umwelthilfe als Förderer gewonnen werden. Die Tour wird vom Landes-Kanu-Verband Niedersachsen unterstützt. Im DKV-Sportprogramm 2019 ist die Fahrt auf Seite 99 ausgeschrieben. Für Interessenten an einer Fahrtbeteiligung ist hier der Fahrtenplan abgedruckt. Anmeldungen und weitere Auskünfte über E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Text: Petra Schellhorn
Foto: Edgar Schulz

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