Hessische Rennsportler im Nationalteam

Nach den Qualifikationsrennen im Kanurennsport haben sich 4 junge Hessen für die Nationalmannschaft qualifiziert. Dies zeigt wieder ganz besonders auf, wie gut die Nachwuchsarbeit in den Hessischen Kanurennsportvereinen ist. In der Juniorenklasse haben sich Rieke Rienäcker, Elin Rößeling, Enja Rößeling (alle Kassel) und Simon Specht (Lampertheim) mit überzeugenden Leistungen in den Booten des DKV bei der internationalen Regatta für Jugend und Junioren in Brandenburg für die Europameisterschaften der Junioren und U23 in Racice qualifiziert. Insgesamt wurden 10 Sportler/innen für die Junioren EM nominiert. Alle 4 Sportler sind im ersten Juniorenjahr und haben die Qualifikationsmühle im Kanurennsport mit Topleistungen bestanden.

Im Trainingslager in München wird die Mannschaft für die Europameisterschaft geformt. Hier entscheidet sich auch endgültig, wer auf welcher Strecke und in welcher Bootsklasse  an den Start geht. Die Anreise zur EM nach Racice/CZE erfolgt dann am 9. Juli und am 11. Juli fällt der erste Startschuss. Man darf sehr gespannt sein, wie sich die jungen hessischen Sportler schlagen werden.

Auch in der Leistungsklasse haben sich vier Sportler für die WM qualifiziert, die ihre Grundlagen bis in die Junioren in Hessen erarbeitet haben, jedoch nicht mehr für hessische Vereine fahren.

Max Lemke aus Lampertheim ist amtierender Weltmeister im Viererkajak, er hat auf den Weltcuprennen tolle Leistungen erbracht. Zuletzt konnte er beim Weltcup in Duisburg im Zweier und Vierer Platz eins belegen. Neuling im A-Team für die WM im ungarischen Szeged ist Felix Frank aus Kassel. Auch er hat bei den Weltcuprennen sehr gute Rennen abgeliefert und den 1000m Zweier zwei Mal auf das Podium gefahren.

Für Sarah Brüßler war die bisherige Saison 2019 ein Auf und Ab. Mit guter Leistung bei der Rangliste in die Nationalmannschaft gekommen lief ihr Zweier bei ersten Tests gut, aber beim Weltcup kam nicht die erhoffte Leistung. Bei der Neubesetzung der Zweier vor dem zweiten Weltcup wurde sie nicht mehr berücksichtigt. Doch davon ließ sie sich kaum beirren. In Duisburg bekam sie die Chance im Kajakeiner über 1000m und erreichte den zweiten Platz. Für die Lampertheimerin Tabea Medert lief die Rangliste nicht besonders gut, sie kam gerade so ins Nationalmannschaftsteam. Dort konnte sie mit guten Leistungen auftrumpfen und hat sich auch für das WM-Team qualifiziert.

Die hohen Trainingsleistungen (12-15 Stunden pro Woche) im Bereich Junioren, die nötig sind um in die Spitze zu kommen, werden von ehrenamtlichen Trainern begleitet. Im Leistungsklassebereich werden die Trainingsumfänge noch höher, und es ist für ehrenamtliche Trainer nicht mehr zu leisten. Die Sportler gehen an Trainingsstätten wo dies gewährleistet wird und auch in den Morgenstunden trainiert wird. 6-8 Wochen Trainingslager im Jahr kann kein ehrenamtlicher Trainer leisten. Im Leistungszentrum in Lampertheim wechseln sich 3 Trainer ab um die 6 Wochen Trainingslager im Frühjahr mit ihrem Jahresurlaub abzudecken. Im Sommer kommen noch mal 4 Wochen Trainingslager dazu, um die Vorbereitung zu den Meisterschaften optimal zu gestalten.

Leider wird die gute Nachwuchsarbeit nicht belohnt, trotz nachweislich erfolgreicher Hessischer Trainingsarbeit im Kanurennsport bekommt man keine Unterstützung aus dem Sportfördersystem. Leider starten diese Talente dann aus finanziellen Gründen nicht mehr für einen hessischen Verein und somit hat der hessische Kanurennsport keine Chance am deutschen Sportfördersystem zu partizipieren.

Text: Dieter Brechenser

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